Zu Beginn erläuterten Bürgermeister Hans Walter und Architekt Bernd Detsch nochmals die Hintergründe für den Neubau der Kinderkrippe. Aufgrund des steigenden Bedarfs an Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren sei eine zukunftsorientierte Erweiterung der Kinderbetreuung in Kastl unumgänglich geworden. Nach intensiver Prüfung verschiedener Möglichkeiten habe sich die Gemeinde bewusst für einen Neubau auf der sogenannten „grünen Wiese“ entschieden. Diese Lösung biete langfristig die größten Entwicklungsmöglichkeiten und schaffe optimale Voraussetzungen für eine moderne, kindgerechte Betreuung.
Walter und Detsch machten deutlich, dass dem eigentlichen Baustart im vergangenen Herbst eine mehrjährige Planungs- und Vorbereitungsphase vorausging. Um sich ein möglichst genaues Bild von den Anforderungen an eine zeitgemäße Kinderkrippe zu verschaffen, besichtigten Vertreter der Gemeinde und des Planungsbüros bereits im Jahr 2024 zahlreiche neu errichtete Kinderbetreuungseinrichtungen in der Region. Dabei wurden unterschiedliche Konzepte, Raumaufteilungen, Baumaterialien, Ausstattungen sowie technische Lösungen intensiv analysiert und bewertet.
„Wir wollten nicht einfach ein Gebäude errichten, sondern eine Kinderkrippe schaffen, die den Bedürfnissen der Kinder, der Familien und der Beschäftigten auch in den kommenden Jahrzehnten noch gerecht wird“, betonte Bürgermeister Hans Walter. Deshalb habe man von Beginn an großen Wert auf Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit gelegt.
Ein besonderer Schwerpunkt der Planungen lag dabei auf dem Thema sommerlicher Wärmeschutz. Gemeinsam mit den Architekten habe man sich intensiv mit der Frage beschäftigt, wie sich das Gebäude möglichst effektiv vor Überhitzung schützen lasse, ohne dabei dauerhaft auf energieintensive technische Lösungen angewiesen zu sein. Dies sei unter anderem durch großzügige Dachvorsprünge auf der Südseite des Gebäudes gelungen, welche die direkte Sonneneinstrahlung in den Sommermonaten deutlich reduzieren. Ergänzt werde dieses Konzept durch moderne Kühl- und Heizdecken, die ganzjährig für ein angenehmes Raumklima sorgen. Darüber hinaus erhält das Gebäude eine leistungsfähige Wärmepumpe sowie eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, sodass ein Großteil des benötigten Stroms künftig direkt vor Ort erzeugt werden kann.
Während des Rundgangs informierten Bernd Detsch und Anna-Lena Schott ausführlich über den aktuellen Baufortschritt. Derzeit laufen mehrere Gewerke parallel. Das Dach wird aktuell eingedeckt, die Lüftungsanlagen wurden bereits montiert, sämtliche Fenster sind eingebaut und auch im Innenbereich sind deutliche Fortschritte sichtbar. Der Trockenbau ist weit fortgeschritten, ebenso konnten Elektroinstallationen sowie Heizungs- und Sanitärarbeiten bereits in wesentlichen Bereichen ausgeführt werden. Bereits in wenigen Wochen sollen zudem die Arbeiten an den Außenanlagen beginnen.
Erfreulich sei nach Aussage der Verantwortlichen auch der Blick auf die Kostenentwicklung. Inzwischen seien nahezu sämtliche Gewerke vergeben. Die Ausschreibungsergebnisse lägen überwiegend im kalkulierten Kostenrahmen, sodass sich das Bauprojekt derzeit finanziell voll im Plan befinde.
Dennoch warben Bürgermeister Hans Walter und Architekt Bernd Detsch um eine realistische Einschätzung der weiteren Entwicklung. Angesichts der internationalen geopolitischen Lage könne niemand ausschließen, dass es im weiteren Bauverlauf noch zu Lieferengpässen oder kurzfristigen Preissteigerungen bei einzelnen Materialien komme. Nach aktuellem Stand gebe es hierfür jedoch keine Anzeichen, sodass man dem weiteren Baufortschritt mit großer Zuversicht entgegensehe.
Zum Abschluss der Baustellenbesichtigung sprach Bürgermeister Hans Walter allen bislang am Bau beteiligten Firmen, Planern und Beschäftigten seinen ausdrücklichen Dank aus. Besonders hob er die hervorragende Zusammenarbeit mit Architekt Bernd Detsch sowie der örtlichen Bauleiterin Anna-Lena Schott hervor, die den Baufortschritt mit großem Engagement begleitet und teilweise mehrmals pro Woche auf der Baustelle präsent ist. Ebenso dankte er den verantwortlichen Projektleitern in der Gemeindeverwaltung, Stefan Gassler und Bauamtsleiter Roland Sächerl, für ihren außerordentlichen Einsatz bei der Planung, Ausschreibung und Umsetzung des Großprojekts.
Die Mitglieder des Gemeinderates zeigten sich während des Rundgangs beeindruckt vom Baufortschritt und der hohen Qualität der bisherigen Ausführung. Einigkeit bestand darüber, dass mit der neuen Kinderkrippe eine der bedeutendsten kommunalen Investitionen der vergangenen Jahrzehnte entsteht, die das Betreuungsangebot in Kastl nachhaltig stärken und einen wichtigen Beitrag zur Familienfreundlichkeit der Gemeinde leisten wird.
